MOTORIST Heft 1/16

Jute Vorsätze?

Watt soll denn dett mitte villen juten Vorsätze, wenn se doch nisch umjesetzt werden?

MOTORIST Heft 1/16

Max, der Motorist, erzählt:

„Na. wie isset jeloofen? Welche juten Vorsätze haste umjesetzt, Max?“ fragte mia der Erich, alsa neulich bei mia rinkiekte. „Weeßte, Erich, ick hatte nua eenen juten Vorsatz, nämlich mia keene juten Vorsätze mehr an Sylvester vorzunehmen unt dette habe ick jehalten!“ war meene Antwort, unt da hatta mia jros anjekiekt. „Watt soll denn dett mitte villen juten Vorsätze, wenn se doch nisch umjesetzt werden? Nee, ick mach dett jetze anders, ick fang eenfach an mitten machen Tuen ohne jrozett Brimbamborium. Ick sollte mehr Sport treiben, sachte meen Doc- aba nisch jleich Marathon, nee, also jeh ick jetze jeden Mittwoch vor der Arbeit ins Schwimmbad, schwimm ne Stunde unt denn jibt dett Frühstück. Unt ick soll mittags abschalten, hatta jesacht, weil ick jeden Tach mehr als 11 Stunden in de Tretmühle bin- ok. mach ick ooch, der Laden is von 13-14 Uhr zu, ick esse um einse unt den leg ick mia 20 Minuten int Büro uff nee Campingliege unt mach die Oogen zu. Dett tut richtich jut- kann ick nua empfehlen.“ habe ick ihm erzählt. Da hatt der Erich blöd jekiekt. „Mensch, Maxe, watt issen mit Dir passiert? biste krank? oda wirste mit denen 52 Jährchen klug und weise ?“ frachte er.“ Nee, sachte icke, krank bin ick nisch, noch nisch, aba nu je ick flott uff de Sechzich zu, dett musste ick der Susie zu Weihnachten versprechen, dett war ihr einziger Wunsch, unt Du kennst mia, watt ick verspreche, dett halte ick ooch. Eijentlich is dette janz eenfach, wenn man sich nisch zu ville vornimmt, klappt dett eben, füa kleene Ziele musste keene jroßen Schritte tun, aba watt meenste, wie jut de dia fühlen tust, wennde den inneren Schweinehund besiecht hast ?“ Da hat der Erich noch blöder jekiekt unt nischt mehr jesacht.
HJS

und hier die „deutsche" Version:

„Na, wie ist es gelaufen? Welche guten Vorsätze hast Du umgesetzt, Max?“ fragte mich der Erich, als er neulich bei mir reinschaute. „Weißte, Erich, ich hatte nur einen guten Vorsatz: nämlich mir keine guten Vorsätze mehr an Sylvester vorzunehmen und das habe ich gehalten!“ war meine Antwort, und da hat er mich groß angesehen. „Was soll denn das mit den vielen guten Vorsätzen, wenn sie doch nicht umgesetzt werden? Nein, ich mache es jetzt anders, ich fang einfach an mit dem Machen ohne viel Tamtam. Ich sollte mehr Sport treiben, sagte mein Doktor- aber nicht gleich Marathon, nein, also geh ich jetzt jeden Mittwoch vor der Arbeit ins Schwimmbad, schwimme eine Stunde und anschießend wird gefrühstückt. Und ich soll mittags abschalten, hat er gesagt, weil ich jeden Tag mehr als 11 Stunden in der Tretmühle bin- ok. mache ich auch: der Laden ist von 13-14 Uhr zu, ich esse um eins und dann lege ich mich 20 Minuten im Büro auf eine Campingliege und mache die Augen zu. Das tut richtig gut- kann ich nur empfehlen.“ habe ich ihm erzählt. Da hat der Erich mich ungläubig angesehen. „Mensch, Maxe, was ist mit Dir passiert? bist Du krank? oder wirst Du mit Deinen 52 Jährchen klug und weise?“ fragte er.„Nein“, sagte ich, „krank bin ich nicht, noch nicht, aber nun gehe ich flott auf die Sechzig zu, das musste ich der Susie zu Weihnachten versprechen, das war ihr einziger Wunsch, und Du kennst mich, was ich verspreche, das halte ich auch. Eigentlich ist das ganz einfach, wenn man sich nicht zu viel vornimmt, klappt das eben, für kleine Ziele muss man keine großen Schritte tun, aber was meinst Du, wie gut Du Dich fühlst, wenn Du Deinen inneren Schweinehund besiegt hast?“ Da hat mich der Erich noch dümmer angeschaut und nichts mehr gesagt.
H.J.Schmidt, Ing.