MOTORIST Heft 3/14

MOTORIST Heft 3/14

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Max, der Motorist, erzählt:

Mich bringt ja eijentlich nischt so schnell uff de Palme, aba neulich hab ick mit de Faust uff’nen Tisch jekloppt als der Fatreta von unsere Motorsägen-Firma auf de Matte stand. „dett is doch ne bodenlose Schweinerei am liebsten würd ick Euren janzen Kram zusammenpacken unt ins Werk schicken! Fachhandelstreue Motorsägen –Hausmarke- dett ick nisch lache - jetze verkooft ooch der Baumarkt keene 10 km von mia Euer Zeusch !“ Der „Herr“ bekam ‚nen roten Kopp unt denn leejte er los: „ Wir setzen weiterhin ausschließlich auf den servicegebenden Fachhandel, berücksichtigen jedoch die aktuellen rechtlichen Anforderungen in der EU- dieser Baumarkt hat jetzt ein Service-Center mit Fachpersonal eingerichtet, damit sind wir gezwungen, ihn zu beliefern!“ Da konnte ick nisch mehr: „ick weeß- Statejie is,wenn eener macht wata will unt die andern nischt dajejen machen, weil se nicht können oder sisch nisch trauen, weila denn droht noch mehr zu machen. Denn spricht ooch keener mehr üba dett, wata zuerst jemacht hat. Unt det nu jeda nen Onlein-Schopp uffmachen kann, Euer Zeusch verkoofen darf unt Ihr det kwasi selba macht, is wohl ooch wejen der EU- oda ? Wie det in echt abloofen soll weeß keener aba jeda von Euch den wa jefragt ham, erzählt wat anderet. Da looft wat schief. Gloobt Ihr wir sind blöht ? Wir Kleenen ham Euch jroß jemacht, ham mansche Kröte jeschluckt, ick sage nur hohe Kurzjebührn,ne janze Wand mit Spezialwerkzeugen,Verpackungseinheiten bei den Ersatzteilen, 30% Wiedereinlagerungsgebühr, die miesen Rabatte für uns Kleene unt noch ville mehr. Ooch bei de Technik seita lange hinterherjerennt: denk bloß ma an Kettenbremse unt Schwingungsdämpfung, aba wia ham imma treu die Fahne hoch jehalten, unt nu ditte . Nee,sachte ick zu ihm –jeense lieba- sonst verjess ick mia- ick lass mia wat einfallen !“ Da is a denn abjedamft. Die Susie, meene bessere Helfte, hatte nebenan allet mit anjehört unt kam nu rin int Büro unt meente: „Maxe, komm runta ! Willste wirklich wie im Kindenjarten reajieren von wejen „Jib mia meine Puppenlappen wieda,ick spiel nisch mehr mit dia?“ Nee, det wollte ick nisch, aba Dampf ablassen muss man doch- unt det ha ick ooch meener Susie jesacht. Et jab ja schon andere, die den Hals nisch voll jekriecht ham unt bei den Baumarktfuzzies det jroße Jeschäft witterten. Aba die ham de Rechnung ohne uns kleene Motoristen jemacht unt sint dabei voll uff die Fresse jeknallt, ham sich ne blutige Neese jeholt unt keene „joldene“ fadient. Wenn ville Kleene wat Kleenet machen tun, denn wirt wat Jroßet draus unt so spucken ooch die Klenen dissen Großen mächtisch in de Suppe . Et jink ma ooch jetze ville bessa. Ob deren Träume mit de Baumärkte uffjehn, werden wa ja sehn. Ick gloobe eha nisch. Wat uns denn abends einjefallen is, könnta nachlesen uff meener Weppzeit.

nun die "deutschsprachige" Version, nicht immer wortgetreu, weil man manche Wörter nur sinngemäß übersetzen kann:

Mich regt eigentlich nicht so schnell etwas auf , aber neulich habe ich mit der Faust auf den Tisch geschlagen als der Vertreter meiner Motorsägen Firma in den Laden kam.„das ist doch eine bodenlose Schweinerei am liebsten würde ich Euer Sortiment zusammenpacken und an das Werk zurückschicken! Fachhandelstreue Motorsägen –Hausmarke? das ich nicht lache - jetzt verkauft auch der Baumarkt keine 10 km von mir Eure Produkte !“ Der „Herr“ bekam einen roten Kopf und erwiderte: „ Wir setzen weiterhin ausschließlich auf den servicegebenden Fachhandel, berücksichtigen jedoch die aktuellen rechtlichen Anforderungen in der EU- dieser Baumarkt hat jetzt ein Service-Center mit Fachpersonal eingerichtet, damit sind wir gezwungen, ihn zu beliefern!“ Da konnte ich mich nicht mehr zurückhalten und fiel ihm ins Wort: „ich weiß, Strategie ist, wenn einer was tut und die anderen nichts dagegen machen, weil sie nicht können oder sich nicht trauen, weil er dann droht, noch mehr zu machen. Dann spricht auch niemand mehr über das, was er zu erst gemacht hat. Und das nun jeder einen Online-Shop aufmachen kann, Eure Maschinen verkaufen darf und Ihr das quasi selber macht, ist wohl auch wegen der EU- oder ? Wie das gehandhabt werden soll weiß keiner, aber jeder von Euch, den man fragt, erzählt etwas Anderes. Da läuft etwas schief. Glaubt Ihr wir sind blöd ? Wir Kleinen haben Euch groß gemacht, haben manche Kröte geschluckt , ich sage nur hohe Kursgebühren, eine ganze Wand mit Spezialwerkzeugen, Verpackungseinheiten bei den Ersatzteilen, 30 % Wiedereinlagerungsgebühr, die geringen Rabatte für uns kleinen Fachhändler und noch vieles mehr. Auch bei der Technik seid Ihr lange hinterher gerannt: denken Sie bloß mal an Kettenbremse und Schwingungsdämpfung, aber wir haben immer treu die Fahne hoch gehalten und nun das. Nein, sagte ich zu ihm –gehen Sie lieber- sonst vergesse ich meine gute Erziehung- ich lass mir etwas einfallen !“ Da ist er dann gegangen. Die Susie, meine bessere Hälfte, hatte nebenan alles mit angehört und kam nun ins Büro und meinte: „Max, komm runter ! Willst Du wirklich wie im Kindengarten reagieren ? „Gib mir meine Puppenlappen wieder, ich spiele nicht mehr mit dir?“ Nein, das wollte ich nicht, aber seinem Ärger Luft machen, muss man doch- und das habe ich auch meiner Susie gesagt. Und dann haben wir uns alle nach Feierabend zusammen gesetzt, auch der Kevin und der Robby und haben eine Strategie entwickelt. Es gab ja schon andere, die den Hals nicht voll bekommen haben und bei den Baumarktfuzzies das große Geschäft witterten. Aber die haben die Rechnung ohne uns kleine Motoristen gemacht und sind dabei voll auf die Schnauze gefallen, haben sich eine blutige Nase geholt und keine „goldene“ verdient. Wenn viele Kleine etwas Kleines machen , dann entwickelt sich daraus etwas Großes- auf diese Weise spucken auch die Kleinen diesen Großen mächtig in die Suppe . Es ging mir auch gleich viel besser. Ob deren Träume mit den Baumärkten aufgehen, werden wir sehen. Ich glaube eher nicht. Was uns dann abends eingefallen ist, könntet Ihr nachlesen auf meiner Website.

H.J.Schmidt, Ing.