MOTORIST Heft 5/15

Max und die "eierlegende Wollmilchsau"



(ungekürzte Fassung):

„Dett kannste halten wie een Dachdecker, an deene eierlegende Wollmichsau gloobe ick nisch, ick bin Motoriste unt dett bleibe ick ooch!“dett war meen Kommentar als neulisch der Erich in meen Laden war unt mia überreden wollte in sein neuet Jeschäft einzusteigen. Erich, een Kumpel aus der Schulzeit, is Strippenzieha unt hat ne Menge uffen Kasten unt der will nu een Minikraftwerk für den denn völlig autarken Häuslebauer vakoofen unt einbauen: Solarzellen unt Windrad uffen Dach, ne Wärmepumpe, Biogasanlage unt Batteriespeicher in Keller. „Weeste, Erich, ick brauche dett: den Duft von frisch jemähten Rasen jemischt mit eenem Hauch von Benzin-Abjasen, wenn ick nach der jelungenen Reparatur die Probefahrt uffen Rasentraktor mache, icke in Keller beim Uffstemmen von Beton ? nee, dett is nischt füa mia.“ „Willste denn weita so rumkreepeln? -mit de Konkurrenz aussem Internet?“ „Dett is en jutet Stichwort. Warum machste nisch mit im „IKIK“ dem Onleinshop in unserer Jemeinde „ www. ick -koof-im-kiez.de“-17 Fachhändler unt nen paar Handwerker, füa die se Dienstleitungen vermitteln, sind schon drin von A-Z, von Anglerbedarf bis Zoohandel, aus alle Branchen, ooch der Otto mit seine Baumschule, der Fritz mit seinem Pfeifenladen, eener von meenen Galabauern unt die Ester mit ihrem Schirmjeschäft, im Jrunde allet so kleene Klitschen, wie wia beede. Da könnteste mit deene LED-Leuchten unt selbstjemachten Lampenschirme nach Maß ooch ville neue Kunden in unsern Kiez unt in deenen Laden locken. „ick -koof-im-kiez.de“-hat dett allet orjanisiert, wenn eener bis 14.00 Uhr bestellt, holse dett bei den Händlern ab und liefern noch am selben Tach, oda der Kunde kann dett selba in Laden abholen . Allet für Uffträge in Kiez unt Umjebung. Essen wirt im Kiez jleich jeliefert, dett macht der Ulli mit sein Kuchen und der Eberhard mit seine Pizza üba den anjeschlossenen Sofortservice, ooch der Hassan mit sein Obst unt Jemüse. Da zahlste een kleenet Eintrittsjelt unt nen paar Punkte vom Umsatz, ooch als Handwerker für den vermittelten Ufftrag, aba Filiale-Betriebe unt ihre Bagasche nehmse nisch uff. Die machen dett janze Marketing unt de Lojistik. Jetze sint schon mehr als 190.000 Artikel im Sortiment, allet hochwertige Ware, besser als in jedett Versandjeschäft. Dett macht doch Sinn, oda? So zeigt „IKIK“ den Leuten im Kiez: „Kiekt, Leute, kiekt, wattet allet direkt vor euer Haustür jibt!“. Watt nutzt mia denn die Onlein-Werbung in de Walachei? Ick brauche hier in de Region Kunden, die ick uff Dauer bedienen kann und nisch jowede. Bisher haben wir uns Kumpels nach dem Motto: „eene Hand wäscht die andere“- ins Spiel jebracht, „Querverkauf“ wie de Spezies det nennen, watt in Neudeutsch „Cross-Selling“ heest unt nu als letzter Schrei vakooft wirt, aba so jeht dett jetze ville besser unt effektiver. Natürlich vakoofe ick noch ne Hecke vom Otto oda nen Sonnenschirm von Ester, wenn der Kunde mia danach fragen tut- so wie imma- unt der Otto mal ne Heckenschere aus meen Laden. Klar steht bei Ester een Mäher von mir in de Auslage, aba ick gloobe, wir müssen mit de Zeit jehen- der regionale Fachhandel unt dit Handwerk im Kiez müssen ihnen zusammen tun, sonst sind se nämlich bald allesamt wech vons Fenster! Watt is nu mit dia, Erich, machste mit ?“
HJS

und hier die „deutsche" Version:

„Was du davon hältst ist mir egal, an deine eierlegende Wollmichsau glaube ich nicht, ich bin Motorist und das bleibe ich auch!“ das war mein Kommentar, als neulich der Erich in meinem Laden war und mich überreden wollte, in sein neues Geschäft einzusteigen. Erich, ein Schulkamerad, ist ein fähiger Elektriker und der will nun Minikraftwerke für völlig autarke Hausbesitzer verkaufen und einbauen: Solarzellen und Windrad auf dem Dach, Wärmepumpe, Biogasanlage und Batteriespeicher im Keller. „Weißt Du, Erich, ich brauche das: den Duft von frisch gemähtem Rasen gemischt mit einem Hauch von Benzin-Abgasen, wenn ich nach gelungener Reparatur die Probefahrt auf dem Rasentraktor mache, ich im Keller beim Aufstemmen von Beton? nein, das ist nichts für mich.“ „Willst Du denn weiter „gerade so über die Runden kommen“ –bei dieser Konkurrenz aus dem Internet?“ „Das ist ein gutes Stichwort. Warum machst Du nicht mit im „IKIK“ dem Online-Shop in unserer Gemeinde „ www. ick -koof-im-kiez.de“-17 Fachhändler und ein paar Handwerker, für die sie Dienstleitungen vermitteln, sind schon drin von A-Z, von Anglerbedarf bis Zoohandel, aus allen Branchen, auch der Otto mit seiner Baumschule, der Fritz mit seinem Pfeifenladen, einer von meinen Galabauern und die Ester mit ihrem Schirmgeschäft, im Grunde alles so kleine Klitschen, wie wir beide. Da könntest du mit deinen LED-Leuchten und selbstgemachten Lampenschirme nach Maß auch viele neue Kunden in unsern Kiez und in deinen Laden locken. „ick -koof-im-kiez.de“- hat das alles organisiert, wenn jemand bis 14.00 Uhr bestellt, holen sie das bei den Händlern ab und liefern noch am selben Tag, oder der Kunde kann seine Ware selbst im Laden abholen. Das gilt für alle Aufträge aus dem Kiez und Umgebung. Essen wird im Kiez gleich geliefert, das machen der Ulli mit seinem Kuchen und der Eberhard mit seiner Pizza über den angeschlossenen Sofortservice, auch der Hassan mit seinem Obst und Gemüse. Du als Händler zahlst ein kleines Eintrittsgeld und ein paar Punkte vom Umsatz, auch als Handwerker für den vermittelten Auftrag, aber Filiale-Betriebe und Konsorten nehmen sie nicht auf. Dafür machen die das Marketing und übernehmen die Logistik. Jetzt sind schon mehr als 190.000 Artikel im Sortiment, alles ist hochwertige Ware, besser als in jedem Versandgeschäft. Das macht doch Sinn, oder? So zeigt „IKIK“ den Leuten im Kiez: „Schaut her, Leute, seht, was es alles direkt vor euer Haustür gibt!“. Was nutzt mir denn die Online-Werbung in der Walachei? Ich brauche hier in de Region Kunden, die ich auf Dauer bedienen kann und nicht irgendwo. Bisher haben wir uns Kumpels nach dem Motto: „eine Hand wäscht die andere“- ins Spiel gebracht, „Querverkauf“ wie der Fachmann sagt was in Neudeutsch „Cross-Selling“ heißt und gerade als letzter Schrei verkauft wird, aber so geht das jetzt viel besser und effektiver. Natürlich verkaufe ich noch eine Hecke vom Otto oder einen Sonnenschirm von Ester, wenn der Kunde mich danach fragt- so wie immer- und der Otto mal eine Heckenschere aus meinem Laden. Klar steht bei Ester ein Mäher von mir in der Auslage, aber ich glaube, wir müssen mit der Zeit gehen- der regionale Fachhandel und das Handwerk im Kiez müssen sich zusammen tun, sonst sind sie nämlich bald allesamt weg vom Fenster! Was ist nun mit Dir, Erich, machst Du mit?“
H.J.Schmidt, Ing.