MOTORIST Heft 6/14

MOTORIST 6/14

mit dem Titelthema Akkugeräte: ein Arbeit von H.J.Schmidt, Ing.

Susie hat Probleme im Laden

Max, der Motorist, erzählt:

„Platzhirsch wirste nisch von alleene, da musste schon wat tuen!“ hatt mia meen Fatta einjebleut, wie ick als kleener Piepel in Laden unt in de Werkstatt rumjehüpft bin.Meen Fatta hat ooch de Kunden einjeteilt : eene spezielle Sorte, die „Sehkunden“, die nua kieken
wollten, nannte er „Marinekunden“. Die leechte er mia besonders ans Herz. „Weeste“,sachte er, „disse Leute koofen nischt, noch nischt, aba die sint unsere Schangse – wennste die jutbehandelst unt richtisch beraten tust, denn kommen se wieda, unt denn koofen se ooch wat. Disse Leute musste hoofieren unt nisch eenfach nua abfertijen.“ Det jeht mia jetze imma durschen Kopp,wenn wieda soon „Möchtejern-Nassauer“ in Laden kommt- det sint die, die nisch koofen , die sisch nua beraten lassen wolln, weil se unsischer sint, ob se det Richtje im Internet bestellen. Dett is ja der Ärger: heute kriechste allet im Internet, auch dett,wat et früha nua im Fachandel jab, die Hersteller liefern an Hinz unt Kunz, sojar an Baumärkte. Ja, wenn so eena in Laden steht, unt dett werden imma mehr, eena der nassauern will, der grastis unsa Fachwissen ausnutzen will, denn denke ick an Fattern seine Marinekunden unt denn loof ick zur Höchstform uff. Denn ziehe ick alle Rejista. Jeht dett um eene Kettensäge, die ick an Lager habe, hole ick se, stelle se uffen Treesen, damitta se ankieken unt anfassen kann. Denn frage ick ihn, wo er denn damit arbeeten will zu Hause oda in Wald, wenna „in Wald“ sacht, frage ick, oba een Motorsäjenführerschein hat. Hatta nisch, denn darfa bei uns nisch in Wald, ooch nisch ohne Schutzkleidung- denn sage ick ihm ,wenn er bei uns den Führerschein machen kann unt zeige ihm die Schutzkleidung, die vorjeschrieben is. Unt denn jeht dett imma so weita, wenna nua ab unt zu in Wald jeht, erkläre ick ihm, waruma Spezialkraftstoffe brauchen tut unt, unt unt. Schließlisch nenne ick meenen Preis, aba uffjetankt unt zua Probe jeloofen, mit Einweisung, mit eene kostenlosen Inspektion, mit eena Ersatzkette. Wenna denn noch zögert, jibs noch watt dazu : ne Flasche mit Kettenhaftöl oda wat anderet. Bisher hat dett fast imma jeklappt. Aba allet hat Jrenzen.Ick lass mia doch nisch die Butter vom Brot nehmen, bei mir muss ooch ne Scheibe Wurscht druff sint. Et jibt ja schon Kollejen, die uns alle de Preise versauen unt det im jroßen Stil mit ihrem Onleinshopp tun. Die Farückten sint vielleicht sojar stolz druff, wenn se ne schwarze Null schreiben- dett kann ick mia nisch leisten. Dett ick selba ooch nen Onleinschopp habe unt drei Internetseiten füa unter 5,-€ in Monat bei eenem Webmaster parke, erzähle ick Euch im nächsten Heft- wenna wollt.

und hier die „deutsche“ Version:

„Platzhirsch wirst Du nicht von alleine, dafür musst Du schon etwas tun!“ hat mir mein Vater eingebläut, als ich als kleiner Knirps im Laden und in der Werkstatt herumgehüpft bin. Mein Vater hat auch die Kunden eingeteilt : eine spezielle Sorte, die „Sehkunden“, die nur schauen wollten, nannte er „Marinekunden“. Die legte er mir besonders ans Herz. „Weißt Du“, sagte er, „diese Leute kaufen nichts, noch nicht, aber die sind unsere Chance – wenn Du die gut behandelst und richtig berätst , dann kommen sie wieder und dann kaufen sie auch. Diese Leute musst Du hofieren und nicht einfach abfertigen.“ Das geht mir jetzt immer durch den Kopf, wenn wieder so ein „Möchtegern-Nassauer“ in den Laden kommt- das sind die, die ja nicht kaufen, die sich nur beraten lassen wollen, weil sie unsicher sind, ob sie das Richtige im Internet bestellen. Das ist ja der Ärger: heute bekommt man alles im Internet, auch das, was es früher nur im Fachhandel gab, die Hersteller liefern an Hinz und Kunz, sogar an Baumärkte. Ja, wenn so einer im Laden steht und das werden immer mehr, einer der „nassauern“ - kostenlos von unserm Fachwissen profitieren will, dann denke ich an die „Marinekunden“ meines Vaters und dann laufe ich zur Höchstform auf. Dann ziehe ich alle Register. Geht es um eine Kettensäge, die ich am Lager habe, hole ich die, stelle sie auf den Tresen, damit er sie ansehen und anfassen kann. Dann frage ich ihn, wo er denn damit arbeiten will zu Hause oder im Wald, wenn er „im Wald“ sagt, frage ich, ob er einen Motorsägenführerschein hat. Hat er ihn nicht, dann darf er bei uns nicht in den Wald, auch nicht ohne Schutzkleidung- dann sage ich ihm, wann er bei uns den Führerschein machen kann und zeige ihm die Schutzkleidung, die vorgeschrieben ist. Und dann geht das immer so weiter. Wenn er nur ab und zu in den Wald geht, erkläre ich ihm, warum er Spezialkraftstoffe braucht. Schließlich nenne ich meinen Preis, aber aufgetankt und zur Probe gelaufen, mit einer Einweisung, mit einer kostenlosen Inspektion, mit einer Ersatzkette. Wenn er dann noch zögert, gibt es noch etwas dazu: eine Flasche mit Kettenhaftöl oder etwas Anderes. Bisher hat das fast immer geklappt. Aber alles hat Grenzen. Ich lass mir doch nicht die Butter vom Brot nehmen, bei mir muss auch noch eine Scheibe Wurst darauf sein. Es gibt ja schon Kollegen, die uns alle die Preise verderben und das im großen Stil mit ihrem Online-Shop tun. Die Verrückten sind vielleicht sogar stolz darauf, wenn sie eine schwarze Null schreiben- das kann ich mir nicht leisten. Das ich selber auch einen Online-Shop habe und drei unter-schiedliche Internet-Seiten für unter 5,-€ in Monat bei einem Webmaster parke, erzähle ich Euch im nächsten Heft-
wenn Ihr wollt.

H.J.Schmidt, Ing.