MOTORIST Heft 6/15

Max demonstriert seine Starter-Reparatur

- seine Methode fünktionierte sogar bei den diversen Kurbelstartern und kann auch heute problemlos ohne Spezialwerkzeug bei fast allen Seilstartertypen angewendet werden.



MOTORIST Heft 6/15


Max, der Motorist, erzählt:

Die Service-Mänitschja oda Kundendienstfuzzies kannste alle üba eenen Kamm scheeren- dett sint scharfe Hunde. So eena von der Truppe wa neulisch in mein Laden, um zu schecken, ob ick denn in de Lage bin, an Motoren von seene Firma zu schrauben unt Garantiearbeiten zu machen. Der zog jleich eenen Fragebogen aussem Koffer unt fragte mir ab, ob ick die Spezialwerkzeuge habe, die für Service-Werkstätten vorjeschrieben sint. Aba nisch jenuch damit, der wollte die ooch ankieken. An eena Starterfederzange ham wa uns in de Wolle jekricht. „Die brauchen Sie unbedingt,“ meente er unt ick sachte: „nee, die könnse sich in die Haare schmieren, sowat jeht füa eure Starter anders ville besser, man macht die Feder uff, schiebt dett Ende rin int Jehäuse, nimmt de Seilscheibe, spannt die Feder bisse drinne is, denn noch 4-5 Umdrehungen mehr, Seilscheibe fixieren, Starterseil mit Knoten rinfummeln, durchziehen, Griff ran, langsam loslassen, Starter fertich. Soll ick mal zeigen ?“ Da hatta blöd jekiekt. Aba nu hatte ick Oberwassa unt jing zum Jegenanriff üba. Hab ick jefracht, warum denn seene Werkzeuche so teuer sint, warum ick se bei ihmchen koofen soll, wo ick det Zeuch woanders ville billija kriege. Wanna endlisch die Stundensätze anhebt, wer eijentlich die Zeiten bestimmt, die fajütet werden. Da kam nua Bla-Bla. „Wissense,“ hab ick jesacht, „ick finde dett ziemlisch unfair, dett Ihr uns so ausnehmen tut, ohne uns könnta keene Jarantie versprechen, also nisch eure Maschinen vakoofen, aba füa ville Arbeeten bezahlta nisch mal den Mindestlohn, denn solln wa unsere Leute bei euch für ville Jelt schulen lassen unt ooch noch für dett Werkzeuch zu ville berappen. Nennta dett Partnerschaft?“ Die Zange hab ick nisch jekooft unt der Servicefuzzi is ziemlisch sauer vom Hof jedampft, dem hatte ick so richtisch den Tach versaut. Aba so jeht dett wirklich nisch mehr weita, die müssen endlich uffwachen unt unsere tatsächlichen Stundensätze unt Zeiten anerkennen unt löhnen, wir ham nischt zu verschenken, oda? Dett müssen wa deenen imma wieda uffs Brot schmieren, bei jeda Jelejenheit, solange bisse dett bejriffen ham unt wat machen tun!

und hier die „deutsche" Version:

Die Service-Manager oder Kundendienstleiter sind alle gleich und mit Vorsicht zu genießen. So einer war neulich in meinem Betrieb, um zu prüfen, ob ich denn in der Lage sei, Motoren von seiner Firma zu reparieren und Garantiearbeiten zu machen. Der zog gleich einen Fragebogen aus dem Koffer und fragte der Reihe nach ab, ob ich die Spezialwerkzeuge habe, die für Service-Werkstätten vorgeschrieben sind. Aber nicht genug damit, der wollte diese auch besichtigen! Bei einer Starterfederzange gab es dann richtig Ärger. „Die brauchen Sie unbedingt,“ meinte er und ich erwiderte: „nein, die können Sie behalten, das geht ohne die Zange für Ihre Starter anders viel besser : man entspannt die Feder (also Spanndraht entfernen), schiebt das innere Ende ins Gehäuse, nimmt die Seilscheibe und hakt das Ende ein, spannt die Feder indem man die Seilscheibe mit der Hand dreht bis sie völlig im Gehäuse ist, dann macht noch 4-5 Umdrehungen mehr, fixiert die Seilscheibe, das Starterseil mit Knoten schiebt man durch das Loch der Seilscheibe, durchziehen, montiert den Griff , lässt langsam los und schon ist der Starter wieder einsatzbereit. Soll ich Ihnen das einmal demonstrieren?“
Da war er ziemlich verunsichert. Aber nun hatte ich die bessere Position und ging zum Gegenangriff über. Habe ich ihn gefragt, warum denn seine Werkzeuge so teuer sind, warum ich diese bei ihnen kaufen soll, wo ich die woanders viel billiger bekommen kann. Wann endlich die Stundensätze angehoben werden, wer die Zeiten bestimmt, die vergütet werden. Da kam nur Bla-Bla. „Wissen Sie,“ habe ich gesagt, „ich finde das ziemlich unfair, dass Ihr uns so ausnehmt, ohne uns könntet Ihr keine Garantie versprechen, also Eure Maschinen nicht verkaufen, aber für viele Arbeiten bezahlt Ihr nicht einmal den Mindestlohn. Für viel Geld müssen wir unsere Leute bei Euch schulen lassen und auch noch für das Werkzeug mehr als üblich bezahlen. Nennt man das Partnerschaft?“ Die Zange habe ich nicht gekauft und der Herr Service-Manager ist pikiert vom Hof gefahren. Dem hatte ich wohl den Tag gründlich verdorben. Aber so geht es wirklich nicht mehr weiter, die Herren in den Führungsetagen müssen endlich aufwachen und unsere tatsächlichen Stundensätze und Zeiten anerkennen und auch vergüten, wir haben nichts zu verschenken, oder? Das müssen wir ihnen immer wieder vorhalten, bei jeder sich bietenden Gelegenheit, solange bis sie es begriffen haben und endlich handeln!
H.J.Schmidt, Ing.