Sonderheft MOTORIST Heft 1/15

das Sonderheft 1/15

Max "in action"

jewusst wo, is schon die halbe Miete,oda ?

Max bei der Fehleranalyse

Max, der Motorist, erzählt:

„Haste schon mal nem nackten Mann in de Tasche jejriffen?- Nee?- denn weeste ooch nisch,wat de da finden tust- nämlisch nischte !“ Det war soon Spruch, den meen Lehrmeester immer an den Kopp jeschmissen hat, wenn ick um eenen neuen Schraubenzieher oder nen anderet Werkzeug jebettelt habe. Jut detta mia denn jezeischt hat, wie man soon Schraubenzieher in Schuss bringt oda sisch anders behelfen tut. Det hatt mia späta schon ne Menge Knete erspaart, aber uff Dauer jeht det natürlisch nisch. Da muss ooch mal wat neuet her. Wenn meen Meester heute meene Bude sehen könnte, würde er ooch die letzten grauen Haare noch valiern, wenna det allet zusammen rechnen würde, wat da rumsteht. Unt wenn ick daran denke, wat ick allet noch koofen muss, packt mia ooch dett kalte Grauen. De neue Technik kommt nu mit Macht in unsre Maschinen, überall Elektronik, überall Sensoren und Module unt watt sonst noch. Da kannste deene alten Prüfjeräte balt dem Technik-Museum vamachen, weil se dia nischt mehr nutzen tun. Dett Thema hatten wa ooch uff unsam letzten Motoristen-Stammtisch, denn dett treibt uns alle rum. Unt da ham der Kollejen denn erzählt, wie sie dett anjehen tun. Ick habe eene Werkzeugkasse, da tut Susie, meene liebe Ehefrau, die meene Buchhaltung macht, jeden Monat 100,-€ rin. Wenn wa Werkzeug oda wat anderet koofen wollen, wirtt dett daraus bezahlt oda wia sparen nen paar Monate, wenn et wat Jrößeret is. Ville is dett nisch- unt beim Endoskop brochten wa üban halbet Jahr aba nu ham wat, unt dett Ostzilloskob hab ick für wenig Jeld uff eene Vasteigerung jeschossen, als soone Elektrobude Pleite jemacht hat. Uff dem Stammtisch ham wa aba uns noch watt anderet einfallen lassen: jeder von uns Fünfen, schreibt uff, watta für Prüfjeräte hatt unt disse Liste kricht nu jeda, unt wenna dringend watt testen muss, denn kanna sisch dett vom Kollejen ausleihen unt musset nisch jleisch koofen. Dett finde ick jut. Darüba sollte ooch andere Kollejen in Deutschland mal nachdenken, denn wennde die Preise siehst, die unsere Lieferfuzzies füa die Prüfjeräte valangen unt füa ihre Vatragswerkstätten vorschreiben, kommt dia doch der kalte Kaffee hoch, oda ? Dett muste dia mal uff de Zunge zerjehen lassen- soon Prüfjerät unt der Lehrjang kosten nisch 100,-€, nee , da musste jleisch 300,- oda 400,-€ unt mehr berappen. Ick muss da imma wiede an meenen ersten Robotta-Mäher denken, den ick vakooft habe. Da musste ick soon Spezialschlüssel mitkoofen, der kostete so ville, dett ick an dem Jerät nischt vadient habe. Deen Schlüssel habe ick denn janze zwee mal benutzt, denn dett dauerte ja nisch lange unt die Jeräte wurden umjebaut unt da nutzte dett Ding nischt mea. Dett hing nur noch im Büro rum. Aba wem erzähl ick ditte, dett kennta ja außem „ff“, oda ?

und hier die „deutsche“ Version:

„Hast Du schon mal einem nackten Mann in die Tasche gegriffen?- Nein?- dann weißt Du auch nicht, was Du dort findest- nämlich nichts!“ Das war so ein Spruch, den mir mein Lehrmeister immer an den Kopf geworfen hat, wenn ich ihn um einen neuen Schraubenzieher oder ein anderes Werkzeug gebeten habe. Gut war, dass er mir aber gezeigt hat, wie man so einen Schraubenzieher wieder herrichtet oder sich anders helfen kann. Das hat mir später eine Menge Geld erspart. Aber auf Dauer reicht das natürlich nicht. Da muss auch mal etwas Neues angeschafft werden. Wenn mein Meister heute meine Werkstatt sehen würde, fielen ihm auch seine letzten grauen Haare aus, wenn er das zusammen rechnete, was da an Prüfgeräten und Werkzeugen vorhanden ist. Und wenn ich daran denke, was ich alles noch kaufen muss, packt mich auch das kalte Grauen. Die neue Technik findet sich heute in allen unseren Maschinen, überall Elektronik, überall Sensoren und Module und was sonst noch. Da kannst Du Deine alten Prüfgeräte bald dem Technik-Museum schenken, weil sie Dir nicht mehr von Nutzen sind. Das Thema beschäftigte uns auch bei unserm letzten Motoristen-Stammtisch, denn das betrifft uns alle und macht uns Sorgen. Die Kollegen haben dann erzählt, wie sie das Problem bewältigen. Ich habe eine Werkzeugkasse, da tut Susie, meine Ehefrau, die bei mir die Buchhaltung macht, jeden Monat 100,-€ rein. Wenn wir Werkzeug oder etwas Anderes kaufen wollen, wird das daraus bezahlt oder wir sparen ein paar Monate, wenn es etwas Größeres ist- beim Endoskop brauchten wir dafür über ein halbes Jahr, aber nun haben wir es- und den Oszillografen habe ich für wenig Geld auf einer Versteigerung erstanden, als eine Elektrowerkstatt Konkurs gemacht hatte. Auf unserm Stammtisch haben wir uns aber auch etwas Anderes einfallen lassen: jeder von uns schreibt auf, welche Prüfgeräte er hat und diese Liste liegt nun den fünf Kollegen vor. Wenn nun einer dringend etwas testen muss und kein eigenes Gerät besitzt, kann er es sich vom Kollegen ausleihen und muss es nicht gleich selbst kaufen. Das finde ich sehr gut. Darüber sollten auch andere Kollegen in Deutschland nachdenken, denn wenn man die Preise sieht, die unsere Hersteller für ihre Prüfgeräte verlangen und für ihre Vertragswerkstätten vorschreiben, kommt einem doch der kalte Kaffee hoch, oder ? Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen : so ein Prüfgerät mit dem zugehörigen Lehrgang kostet nicht 100,-€, nein, da soll man gleich 300,-, 400,-€ und mehr auf den Tisch legen. Ich muss immer wieder an meinen ersten Roboter Mäher denken,den ich verkauft habe. Da musste ich so einen Diagnose-Schlüssel mitkaufen,der kostete soviel, dass ich an dem Gerät nichts verdient habe. Diesen Diagnose-Schlüssel habe ich ganze zwei mal benutzt, denn das dauerte nicht lange, da wurden die Geräte umgebaut und dann konnte man mit dem Prüfgerät nicht mehr prüfen. So hing das Gerät nur nach in meinem Büro an der Wand. Aber wem erzähle ich das, das kennt Ihr doch alle aus dem Effeff, oder ?

H.J.Schmidt, Ing.